Doch bevor wir über die Umfrage sprechen, kommt – wie immer – zuerst unser Programm mit allen kommenden Veranstaltungen von UND Generationentandem: 

«Man spürt, dass es den Leuten um die Begegnung geht.»

In der Umfrage wird deutlich, wie das Höchhus wahrgenommen wird: als Begegnungszentrum, nicht einfach als offenes Haus.

Deshalb sprechen wir nicht mehr vom «Offenen Höchhus», sondern vom Begegnungszentrum von UND Generationentandem. Der neue Name schafft Klarheit darüber, wofür dieser Ort steht und wer ihn trägt.

Gastronomie und Raumnutzung⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

«Man darf auch da sein ohne etwas zu konsumieren.»

Dieser Satz tauchte in der Umfrage mehrfach auf. Er wirkt schlicht – und verweist doch auf etwas Grundsätzliches. Viele Räume im öffentlichen Leben sind heute an Konsum gebunden. Wer bleibt, zahlt. Orte, an denen Anwesenheit nicht vom Bezahlen abhängt, werden seltener.

Dass genau dieser Aspekt so häufig genannt wurde, zeigt seine Bedeutung. Das Begegnungszentrum wird als Raum verstanden, nicht nur als Angebot – als Ort, an dem Zugehörigkeit nicht an Bedingungen geknüpft ist.

Hintergrund: «Dritte Orte»

In der Sozialforschung werden solche frei zugängliche Begegnungsräume als «Third Places» – «Dritte Orte» – bezeichnet. Gemeint sind Orte ausserhalb von Zuhause und Arbeitsplatz, die informelle Begegnungen ermöglichen.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass solche Orte soziale Beziehungen stärken, Vertrauen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen fördern und Einsamkeit entgegenwirken können. Weil sie nicht an Mitgliedschaft oder Konsum gebunden sind, gelten sie als wichtige Infrastruktur für gesellschaftliche Teilhabe.

«Ich werde wahrgenommen.»

Drei Fragen an Tabea Keller (26), die die Umfrage ausgewertet hat.

Was ist dir bei den Rückmeldungen zur Freiwilligenarbeit besonders aufgefallen?
Dass sich viele der Freiwilligen sehr regelmässig engagieren und die meisten von ihnen wöchentlich im Begegnungszentrum ein und aus gehen. Und dass das Engagement der  Freiwilligen von den Besucher:innen sehr geschätzt wird: «Ich werde wahrgenommen.» Freiwilligenarbeit wird also nicht abstrakt erwähnt, sondern im Alltag erlebt – in Gesprächen, in der Art, wie man begrüsst wird.

Gab es auch kritische Hinweise?
Ja. Vor allem beim Thema Öffnungszeiten und Tempo. Der Wunsch nach mehr Angebot ist da, gleichzeitig wird klar benannt, dass ein ausgebautes Engagement für die freiwilligen Gastgeber:innen tragbar bleiben muss. Auch eine bessere Begleitung neuer Engagierter wurde angesprochen.

Was bedeutet das für euch?
Dass Freiwilligenarbeit sichtbar ist, sowohl in ihrer Qualität wie auch in ihren Grenzen. Entwicklung muss deshalb immer auch mit Blick auf die Menschen gedacht werden, die sie tragen und Prozesse und neue Angebote gemeinsam mit den Freiwilligen erarbeitet werden.

Hintergrund: Begleitung im Tandem

In der Umfrage wurde mehrfach der Wunsch nach einer stärkeren Begleitung neuer Engagierter geäussert. Eine Möglichkeit dafür ist, neue und erfahrene Engagierte im Tandem zusammenzubringen.

Wer neu beginnt, hat eine feste Ansprechperson. Wer bereits länger dabei ist, teilt Erfahrungen und Wissen. Es geht nicht um Schulung, sondern um Austausch auf Augenhöhe. Solche Tandems erleichtern den Einstieg und verteilen Verantwortung.

Innovation ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

«Für mich ist das Tempo von neuen Angeboten manchmal etwas zu schnell.»
«Die Übersicht behalten ist eine grosse Herausforderung.»

In der Auswertung wird deutlich: Entwicklung wird geschätzt, gleichzeitig braucht sie Struktur und Zeit. Offenheit und Vielfalt sollen bleiben, doch Prioritäten müssen erkennbar sein.

Mehrere Rückmeldungen verweisen auf das Tempo neuer Angebote, auf Parallelveranstaltungen oder auf die Frage nach noch mehr Professionalität im Gastrobereich. Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden, nicht jedes Format gleichzeitig stattfinden.

Innovation heisst für uns deshalb: bewusst entscheiden, was wir weiterführen, was wir prüfen – und wo wir auch einmal verzichten. Eine Person schrieb: «Verbesserung wird erreicht über das Ernstnehmen der kritischen Stimmen, nicht über Selbstbestätigung.»

Hintergrund: UND-Board

Um solche Prioritäten zu klären, gibt es neben den regelmässigen Engagiertentreffen in den Bereichen Programm, Redaktion, Gastronomie, Menschen, Innovation und Digitale Teilhabe auch das sogenannte UND-Board. Dafür nehmen sich Vorstand und Geschäftsstelle bewusst einen gemeinsamen Nachmittag Zeit. Ausserhalb des Tagesgeschäfts.

In diesem Rahmen bündeln wir Themen, gewichten sie und treffen Entscheidungen. So entsteht Entwicklung nicht zufällig, sondern mit Fokus und Verantwortung.

Digitale Teilhabe ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

Neben Struktur und Strategie zeigt die Auswertung auch etwas sehr Konkretes: Technikhilfe und unsere Kursreihe «Digitales Wissen» gehören zu den bekanntesten Angeboten im Begegnungszentrum.

Digitale Fragen sind Alltag. Unsere Angebote greifen das auf:

Programm