Mehr als nur Essen
Im Begegnungszentrum von UND Generationentandem ist die Küche kein Selbstzweck, sondern ein Treffpunkt. Wo gekocht und geteilt wird, entstehen Gespräche und Verbindungen. Agnès Perrin, verantwortlich für die Gastronomie, erklärt, warum das «Wie» oft wichtiger ist als das «Was».
Als Verantwortliche für die Gastronomie organisierst du tägliche Angebote und Events. Was gehört alles zu deiner Rolle?
Agnès Perrin: Ich erfasse Anfragen und Wünsche, plane die Räume, stelle Rezepte und Anleitungen für die Küche zusammen, organisiere den Einkauf und leite die freiwillig Engagierten an. Wichtig ist mir, dass bei der Durchführung alle mitmachen und niemand allein gelassen wird.
In letzter Zeit haben wir neue Angebote wie Wienerli im Teig, Tagessalat oder Calzone eingeführt. Wie sind diese Ideen entstanden?
Das liegt an der wachsenden Nachfrage: Immer mehr Menschen wünschen sich eine Kleinigkeit zum Essen. Da wir die Infrastruktur eines Restaurants haben, liegt das nahe. Unsere Angebote wirken synergetisch – vom Mittagstisch über Burger und Pizza bis zu den Tagessuppen. Da wir keine Profis sind, entwickeln wir neue Ideen wie die Wienerli im Teig so lange weiter, bis sie einfach zu handhaben sind und trotzdem unserer Qualität entsprechen. Ursprünglich haben wir sie nur beim Kerzenziehen in Bern angeboten.
Die Calzone entsteht aus Resten vom Pizzaabend. Wie kam es dazu?
Man weiss nie genau, wie viele Personen kommen, deshalb bleiben nach einem Pizzaabend oft Teiglinge und Gemüse übrig. Diese müssen schnell verarbeitet werden, denn bis zum nächsten Pizzaabend wären sie nicht mehr gut. Den Teig roh einzufrieren, kommt für mich nicht infrage. Calzone hingegen können fertig gebacken, tiefgekühlt und bei Bedarf einfach wieder aufgetaut und genossen werden. So wird nichts verschwendet.
Was ist dir persönlich wichtig beim gastronomischen Angebot?
Die Qualität muss stimmen, und es soll möglichst einfach bleiben – am liebsten mit vielen Gelegenheiten zum Mitmachen. Denn das gemeinsame Essen ist für mich wichtiger als die Einzigartigkeit der Gerichte. Es geht um die Beziehung am Tisch.
Hast du ein Lieblingsangebot?
Den Mittagstisch. «Zäme ässe» ist, wie gesagt, das Wichtigste. Da darf es sogar etwas sein, was man nicht unbedingt am liebsten mag – Hauptsache, wir sind zusammen.